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Herzlich Willkommen auf den Seiten von MEN IN TEXT. Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.

Wir bieten Ihnen schon seit dem vorigen Jahrtausend Texte, Ideen, Klangwelten sowie on air und off air Moderationen von allerhöchster Qualität.

Vegetarier werden gegen den Klimawandel

Am Sonntag, den 27.06.2010 haben sich Sven und Daniel in „Zwei auf EINS“ auf „radioEINS“ mit dem Thema „Sturz“ beschäftigt.

Neben politischen Abstürzen und Balzritualen aus der Tierwelt ging es dabei um einen Temperatursturz kurz nach dem Aussterben der Mammuts. Welchen Zusammenhang es da geben könnte und warum wir alle Vegetarier werden müssen um den Klimawandel aufzuhalten erklärte uns unser Lieblings – Allwissender – Wissenschaftler Mark Benecke.

Temperatursturz durch Mammutsterben

Die ganze Sendung zum Nachhören wie immer unter http://www.radioeins.de/archiv/podcast/zwei_auf_eins.html

Präsidiale Ruhestätte

Am Sonntag, den 20.06.2010 haben sich Sven und Daniel in „Zwei auf EINS“ auf „radioEINS“ passend zur Wahl in Polen ganz dem Thema „Präsident“ gewidmet.

Besonders lebhaft hat uns Prof. Julius Müller Autor des Buches „Man stirbt nur einmal“ über den Wiener Zentralfriedhof und die dazugehörige Präsidentengruft berichtet.

Die Präsidentengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof

Die ganze Sendung gibt es wie immer nachzuhören unter http://www.radioeins.de/archiv/podcast/zwei_auf_eins.html

DLR Podcasts ILA 2010

Seit einigen Jahren sind Sven Oswald und Daniel Finger für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Reporter unterwegs. Auf der ILA 2010 war es wieder soweit: tummelten uns mit Wissenschaftlern, ihren Erfindungen und tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten. Hier zwei Beispiele.

DLR-Stand-Rundgang

Justin, der Weltraum-Roboter

Auf der DLR-Internetseite gibt es übrigens von der ILA 2010 insgesamt vier verschiedene Reportagen, zwei davon sogar noch in einer englischen Variante.

Und noch ein „Übrigens“ – Kamera, Schnitt, Ton, Maske und verantwortlich für ungleichmäßig herausschauende Hemden: Dr. Sebastian Pleuse.

Eine blonde Provinz – Polen und der deutsche Rassenwahn

Tausende jüdische und nichtjüdische Polen wurden umgebracht und deportiert beim Überfall Deutschlands auf Polen vor 70 Jahren. Der Dokumentarfilm eine blonde Provinz von Klaus Salge und Jacek Kubiak erzählt davon in bewegenden Bildern. Ich durfte den Kommentar sprechen. Umso mehr freue ich mich, dass die Koproduktion vom RBB und arte für den deutsch-polnischen Journalistenpreis nominiert ist, der heute Abend vergeben wird.

Das Bild zeigt Zwi Steinitz, einer der Protagonisten des Films, den ich gerade auf den deutsch-polnischen Medientagen kennenlernen durfte. Ein sehr sensibler und freundlicher Mensch, der trotz seines schweren Schicksals das Lachen nicht verlernt hat. (Szenenfoto: RBB)

UPDATE: Der Film hat den Journalistenpreis gewonnen. Ich gratuliere den Autoren und den Redaktionen von RBB und arte und bin selber auch ein bisschen stolz.

Twitter-Kompliment

Was für ein Kompliment – heute morgen schrieb @xxBlackMamba zu unserer Sendung „Zwei auf Eins“

Wer saufen kann, kann auch #zweiaufeins mit @danielfinger und @svenoswald hören! Los #radioeins einschalten!:)

Danke!

xxBlackMamba

Wer saufen kann, kann auch #zweiaufeins mit @danielfinger und @svenoswald hören! Los #radioeins einschalten!:)

Das weinende und das lachende Auge Breslaus

Gestern war ich in Breslau zum Dreh für „Kowalski trifft Schmidt“. Wir haben uns diesmal zwei Orten in der Stadt zu gewandt: Aus aktuellem Anlass waren wir in Kozanow, einem Bezirk, den man als das „Marzahn Breslaus“ beschrieben könnte. Hier war der Deich durch das Hochwasser an zwei Stellen gebrochen.

Kozanow unter Wasser - (cc) Olgierdir, Flickr

Aufatmen konnten wir dann beim Dreh an der wunderschön restaurierten Storchen-Synagoge inmitten der Stadt.

Storch-Synagoge - (cc) Rantes, Flickr

In trockenen Tüchern – wie schön die Industrie an Sprachkrebs leidet

Vor 10 Jahren bat mich Adobe, für seine damalige Webseite einige Kolumnen zu verfassen. Dies ist eine davon. Immer noch schaurig aktuell, wie ich finde.

„Also gut“, sage ich und falte meine Hände über dem leisen Ansatz eines Bäuchleins zusammen, „erzählen Sie mir mal, was Sie genau machen“. Die Aufforderung gefällt meinem Gegenüber, er hat sich vorbereitet. „Also“, schürzt er die Lippen, „wir sind ein kundenorientierter Dienstleister für massgeschneiderte, prozessorientierte Systeme und vernetzte Lösungen im Bereich Logistik“. Er meint das ernst. Ich unterdrücke ein Seufzen. Der Mann, der so redet, ist Spitzenverdiener im mittleren Management eines DER grossen deutschen Unternehmen. Unter Umständen entscheidet er darüber, ob der DAX steigt oder fällt oder – was für einen konservativen Revolutionär wie mich viel wichtiger ist – ob Arbeitsplätze geschaffen oder abgebaut werden. Bedauerlicherweise leidet er an einer Krankheit, die beinahe die gesamte deutsche Wirtschaft befallen hat: Sprachkrebs.

Unter (cc) - Alex Odenwald, Flickr

Das äussert sich in einer Unfähigkeit, allgemein verständliche, muttersprachliche Sätze zu formulieren. Stattdessen ergötzt man sich an und verschanzt sich hinter einer Mischung aus unpassenden Anglizismen, schlecht übersetzten Fremdwörtern und modisch verklärten Fachausdrücken aus den Wirtschaftswissenschaften und Informationstechnologien. Zum grossen Unglück aller, denen sich der Erkrankte verständlich machen will, leidet er ausserdem an einer Wahrnehmungsstörung, die ihn glauben macht, er spräche normal und verständlich, was die Kommunikation – verständlicherweise – stark erschwert.

Die Aufgabe von Spezialisten wie mir ist es, die verbalen Geschwüre in langer, harter Arbeit zu übersetzen, damit auch gesunde Normale den Leidenden verstehen können. Dass wir in diesem Job einen hohen Preis bezahlen (und natürlich auch verlangen), versteht sich von selbst. Deswegen – und weil der Kranke ein Internet-Portal inhaltlich füllen muss – sitze ich hier nur mit einem verständnisvollen Blick und einer Menge Kaffee bewaffnet. Aug’ in Aug’ mit der gefährlichsten Bedrohung, seit es Autoren gibt. Wir erinnern uns: „kundenorientierter Dienstleister für massgeschneiderte, prozessorientierte Systeme und vernetzte Lösungen im Bereich Logistik“.

Ich nehme einen Schluck Kaffee zuviel. „In Ordnung“, sage ich. Eine Technik, die ich von den Deeskalierern bei der Kripo gelernt habe. „Aber was machen Sie denn im Einzelnen wirklich?“ Die Frage verunsichert ihn. Er blickt auf seine Notizen, kratzt sich an der Schläfe. „Eine Win/Win-Situation herstellen“, erwidert er und beruhigt sich ein wenig, „die Wertschöpfungskette optimieren“. „Aha“, sage ich. „Jaja, durch konsequente Wissensvernetzung im Logistikwesen.“ „So.“ „Das ist eine unserer Kernkompetenzen.“ „Kernkompetenzen“, sage ich. „Ja, genau so wie alles im Bereich B2B. Den Kunden des Kunden ein Stück weit mitdenken.“

Einige Minuten vergehen. Er starrt auf seine Notizen. Ich starre auf einen imaginären Punkt hinter seinem Kopf. „Stellen Sie sich mal vor, Sie sitzen am Flughafen“, versuche ich es schliesslich, „neben einem Wildfremden. Sie haben sich mit dem Mann gut unterhalten, und fünf Minuten, bevor Sie zum Gate müssen, fragt er Sie, was Ihre Abteilung eigentlich macht. Was sagen Sie ihm dann? Sie müssen bedenken, er ist kein Fachmann. Vielleicht hat er nicht mal das Abitur.“ Er gerät ins Schwitzen: „Ich, ich sage ihm, wir sind Lösungsanbieter im Logistikwesen, im… der durch konsequente Kundenorientierung…“

Unter (cc) - Alex Odenwald, Flickr

Ich hebe meine Hand, um ihn zu unterbrechen. „Aber wenn er das nicht versteht? “ „Wenn er das nicht versteht?“ „Ja, dann, also… dann… er… wieso versteht er das denn nicht?“ Ich nehme mehr Kaffee. Man darf dem Mann nicht böse sein. Er merkt es gar nicht. „Hören Sie, ich hatte eigentlich angedacht, die ganze Angelegenheit bis 12 Uhr ein Stück weit in trockene Tücher zu bringen“, sagt er. Noch mehr Kaffee. „Habe ich Sie richtig verstanden“, versuche ich es, „Sie bringen Leuten bei, wie sie Dinge am besten von A nach B bringen, helfen ihnen dabei, Dinge von A nach B zu bringen, überlegen gemeinsam mit ihnen, welche Dinge sie auch noch nach C und D bringen könnten und bringen notfalls auch alle Dinge selbst nach B, C und D?“ „Ja. Nein. Das ist eine äusserst ungenaue Beschreibung. Wir sind ja Komplettdienstleister für Logistiklösungen… ganzheitlich, wissen Sie, kundenorientiert.“ Ich lehne mich zurück und denke an etwas Angenehmes. Das hier wird schwer werden. Aber immerhin weiss wenigstens einer von uns so ungefähr, was seine Abteilung eigentlich macht. Irgendwie texte ich das schon. Schliesslich bin ich masskundenorientierter, komplettdienstbeschneiderter Lösungsanbieter und -anleister im Bereich Wortmanagement. Oder so ähnlich.


Kein gutes Jahr für Züge

Sack(o)gasse
Ich moderiere das Magazin Kowalski trifft Schmidt gemeinsam mit einer sehr hübschen, 26jährigen Moderatorin, das ist kein Geheimnis. Meine Chefin wünschte sich neulich, dass ich vor der Kamera ein Sakko trage. Ich habe nichts gegen Sakkos. Ich trage sogar gerne welche, nur passen müssen sie. Im Schrank hängen einige, vor allem schwarze, denn die kann man immer tragen: Beim Dinner, bei der Firmenmoderation, zur Jeans und zu jedem Hemd. Es gibt schwarze mit roten Nadelstreifen, schwarze mit beigen Nadelstreifen, schwarze mit schwarzen Streifen (unterschiedlich gewebt, clever) und schwarze ohne Streifen. Dann gibt es moderne Anzüge – der grüne mit den weißen Nadelstreifen etwa oder der graue mit den blauen, breiten Streifen. Jedenfalls wirken sie modern, wenn ich sie auf Business-Veranstaltungen trage, wo alle anderen ganz konservativ gekleidet sind. Das sind Anzüge, die Spaß machen. Jedenfalls wenn man sie als Anzug trägt. Wenn man nur das Sakko trägt, dann passt es irgendwie nicht. Dann sagen der Schnitt und der Stoff „ich bin nicht dafür gemacht, dass man mich zur Jeans trägt“. Trage ich die Sakkos also „solo“, sehen sie doof aus. Trage ich den ganzen Anzug, wirke ich neben der schönen, sportlichen, jungen Ola Rosiak zu alt und arriviert.

Polski Mallski
Das habe ich meiner Chefin auch gesagt und sie hat es verstanden. Wir haben vereinbart, dass ich mich nach dem nächsten Dreh mal in Ruhe nach modernen Sakkos umsehen werde. Das Problem ist nur: Ich gefalle meiner Chefin gern. Und ich kaufe auch gern neue Klamotten. Ohne es zu ahnen, hatte folglich der Gedanke, in einem modernen, sportlichen Sakko zu moderieren, von mir Besitz ergriffen. Nun musste ich also nur noch Besitz von einem passenden Jackett ergreifen. Also ließ ich mich von meinem sympathischen, ortskundigen, geschmackssicheren Redakteur Krzysztof Czajka beraten, wo in Wrocław man ein solches Sakko kaufen könnte. „Das wird schwer“, ermutigte er mich und schleppte mich in die nächste Mall. Hätte man mich in den Läden nicht mit „Dzien Dobry“ begrüßt, ich hätte schwören können, ich wäre immer noch in Berlin, denn mich begrüßten die altvertrauten H&Ms, New Yorkers, und Pierre Cardins dieser Welt. Was sie allesamt nicht hatten, waren moderne Sakkos. Eines bei H&M gefiel mir ganz gut, aber meine Größe war nicht vorhanden. Auch das also genau wie in Deutschland. Also drehten wir in der Mediatek ohne Sakko, was auch ganz gut zu dem modernen Ambiente passte.

Peek & Cloppenburg vs. Van GraafAuf dem Rückweg nach Berlin, im Zug nach Poznan, traf ich dann drei sehr nette Menschen, die für Van Graaf arbeiten. Van Graaf und Peek & Cloppenburg sind aus Konsumentensicht praktisch das gleiche, gehören aber unterschiedlichen Teilen einer miteinander nicht besonders gut befreundeten Großfamilie. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt und ganz besonders über moderne Sakkos. Und der wirklich sach- und fachkundige Mitarbeiter von Van Graaf, dessen Namen ich leider nicht erfragt habe, teilte mir mitfühlend mit, es sei „kein gutes Jahr für Sakkos“ gewesen. Im Vorjahr hätte ich wahrscheinlich mehr Glück gehabt. Vielleicht kann ich beim RBB Fahrdienst ja nach meiner Rückkehr eine Zeitreise beantragen, um das Oberbekleidungsproblem ein für alle mal aus der Welt zu schaffen.

Polnische Bahnhöfe 1 – Fehl-Anzeige

Hier nun ein Grundkurs in Sachen „polnische Bahnhöfe“, eher eine Warnung bzw. ein Lehrstück: Es gibt es zwar eine Anzeigetafel auf den Bahnsteigen in Breslau, aber hier wird an der Tafel erst angezeigt, welcher Zug gerade am Start ist, wenn er praktisch schon wieder abfährt. Beispiel: Um 11.27 soll ein Zug nach Berlin fahren. Bis 11.26 steht der Zug an der Tafel, der schon um 10.42 abgefahren ist, sagen wir, nach Warschau. Man steht also auf einer Plattform, von der man weiß, die müsste es sein und bis zur allerletzten Minute steht an keiner der beiden Anzeigetafeln der Zug, mit dem man fahren möchte. Ansagen? Fehlanzeige. Weder polnisch noch deutsch. Statt dessen Nervenkitzel pur! Wahrscheinlich gibt es im Leben der Polen sonst zu wenig aufregendes.

Polnische Bahnhöfe 2 – Eigen-TorAn dieser Stelle muss ich den Nicht-Eingeweihten etwas über polnische Bahnhöfe verraten: Sie sind nichts für Feiglinge. Der gemeine Pole unterscheidet Peron und Tor. Peron bedeutet Plattform, Tor bedeutet Bahnsteig. Umsteigen bedeutet Angst, weil man nicht weiß, welchen Tor man ansteuern muss und ob alles noch nach Plan läuft. Übrigens: Kein polnischer Bahnsteig-Anzeigetafel-Programmierer würde sich dazu hinreißen lassen das genaue Gleis anzugeben, von dem ein Zug abfahren soll. Wo kämen wir denn da hin. Man wird auf den richtigen Peron gewiesen und dann muss man sehen wie man klar kommt und seinen Tor findet. Einer meiner neuen Bekannten von Van Graaf war glücklicherweise ein Einheimischer und darüber habe ich mich besonders gefreut, denn ich musste das allererste Mal in Poznan umsteigen.

Polnische Bahnhöfe 3 – Entgleist in Posen

Gott sei Dank ist in Posen alles ein wenig anders. Die Ansage war überdies mehr als erfreulich. „Der Zug nach Berlin…planmäßig…19.23…Peron 1…in 20 Minuten“. Na wunderbar! 17 Minuten später die nächste Ansage „Der Zug nach Berlin…planmäßig…19.23…Peron 1…einsteigen bitte“. Zwar war der Zug lang und ich konnte den Waggon, für den ich eine Platzreservierung nicht gleich finden, aber die 1. Klasse Abteile waren leer (ich kann niemandem raten, in Polen 2. Klasse zu fahren) und wie beschrieben auf dieser Strecke wirklich luxuriös. Tor hatte überhaupt nur einen Peron 1 und voilá: Peron 1Gott sei Dank ist in Posen alles ein wenig anders.Hier gibt es exzellente Ansagen aus wohlklingenden Lautsprechern und was noch besser ist: Es gibt sie auch auf deutsch. Der freundliche Einheimische wies mir den Weg zu

Polnische Bahnhöfe 4 – Ein feiner Zug

Ich fläzte mich ins bequeme Fauteuil und freute mich, als der Zug sich wirklich Punkt 19.23 in Bewegung setzte, dass man in Posen nichts dem Zufall überlässt. Diese Stimmung hielt exakt solange, bis der freundliche Schaffner mir mitteilte, dass ich nicht im Zug nach Berlin saß, sondern im Zug nach Wrocław, wo ich gerade herkam. Wir waren uns sofort einig: Ja, der Zug stand zur fraglichen Zeit auf dem fraglichen Gleis. Ja, die Durchsage war eindeutig: Dieser Zug wäre der nach Berlin. Sie war ebenso eindeutig falsch. Wie viele Durchsagen in Posen. Vermutlich handelt es sich um ein zeitgesteuertes Band, dass brav die Planmäßigkeit verkündet, die es so bei der polnischen Bahn einfach nicht gibt. Ich hätte es wissen können. Einer unserer Beiträge aus der letzten Zeit zeigte eindrucksvoll, wie die Polen sich darüber freuen, wenn die (deutsche) Bahn eine ihrer Strecken übernimmt.

Teamwork
Eins muss man den Schaffnern an Bord des Express-Zuges nach Wrocław lassen. Innerhalb von zehn Minuten hatten sie eine völlig unbürokratische Möglichkeit gefunden, mich am gleichen Abend doch noch nach Hause zu bringen. Der Schnellzug hielt kurzerhand außerplanmäßig in einem winzigen Kaff, ein Regionalzug nahm mich eine halbe Stunde später mit nach Breslau und ich erreichte den letzte Zug, der noch nach Berlin ging – das alles mit einem falschen Ticket für diese Richtung, das niemand beanstandete und mit voller Unterstützung aller beteiligten Schaffner. Ich musste nicht ein einziges Mal irgendetwas ausfüllen, unterschreiben, mich ausweisen oder an irgendeinen Schalter gehen. Vielleicht tue ich der deutschen Bahn unrecht, aber so etwas kann ich mir bei uns nicht vorstellen. Also vielen Dank, liebe Schaffner und liebe Mitarbeiter von Van Graaf: Ihr habt euer Bestes gegeben. Ich schrieb diesen Eintrag immerhin am gleichen Tag… auf dem Weg nach Hause.


Hello, Dolly!

Wie schön, dachte ich mir: Wir drehen im Hauptbahnhof. Dort gibt es überall Kaffee und etwas zu essen, der Ort ist gut erreichbar und es ist warm. Stimmt alles. Bis auf das mit dem „warm“.

Schon in den ersten Minuten nach meiner Ankunft war mir klar: Ich hätte NICHT den schicken grauen Mantel anziehen sollen, sondern die warme Daunenjacke. Aber dafür, dass mir von der ersten Minute an extrem kalt war, wurde ich gleich mit zwei großen und wunderbar passenden Plakaten begrüßt.

Und nicht nur Polen überrascht (das tut es wirklich), nein auch der RBB hat an diesem Tag einiges aufgefahren, um den Moderationen einen besonders schicken Look zu verpassen: Einen Dolly.

Ein Dolly ist ein kleiner Kamerawagen, auf dem der Kameramann bequem sitzt und der lange, weiche Kamerafahrten ermöglicht. Beim Film wird er oft auf Schienen gesetzt, in vielen Situationen reichen aber auch dicke Gummireifen. Ein tolles Ding, das sich besser fährt als jeder Kinderwagen, den ich bislang ausprobiert habe. Klar, dass man bei so viel Equipment auch ein großes Team braucht (die Fahrer sind noch nicht mal mit auf dem Bild).

Übrigens: Während ich die einzige Outdoor-Moderation des Tages hatte, saß meine Kollegin Ola dick eingepackt im… naja, nicht „Warmen“ aber doch „Wärmeren“. Dafür konnte ich ein tolles Eisschollen-Foto machen.

Das Resultat wird am Sonntag, 7. Februar um 19 Uhr im RBB ausgestrahlt.