Kick-Ass Interactivity vs. H1N1

Wenn man über ein Jahr lang eine Produktion vorbereitet, die sich anschickt, ein ganzes Unterhaltungs-Genre nachhaltig zu revolutionieren, dann ist man ein wenig nervös.Wenn aber in der Nacht vor dem ersten Produktionstermin die Schweinegrippe zuschlägt und man sich überlegt, wie sinnvoll es ist, mit 41 Grad Fieber Regie zu geben, wandelt sich Nervosität langsam in Panik.

Wir haben das Material für eine völlig neue und Form des interaktiven Hörspiels aufgenommen, mit einigen der besten Stimmen der Republik und – JA, ich habe Regie geführt. Bis unter die Hutschnur vollgepumpt mit Paracetamol, am Katzentisch sitzend, selbstverständlich ohne Berührung der Kollegen. Das schlimmste waren die fünf Minuten Fußweg ins Studio und zurück, aber es soll keiner sagen, ich hätte nicht alles für die größte Revolution des Hörspiels seit der Erfindung des Kohlemikrofons 1877 gegeben.

Die geniale Technik wurde übrigens von Cornelius Huber und seiner Firma Audiogent entwickelt, die wir allen potentiellen Investoren und Förderern an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen möchten.

Mehr über das Hörspiel in Kürze, bis jetzt ist noch alles top secret!

Bild © Ute Bibo / Pixelio


Die Deutschstunde

Diesmal nicht von Siegfrid Lenz, sondern von Daniel Finger. Nicht in Romanform, sondern gehalten an der Games Academy für ca. 40 Studenten des Basis-Semesters. Wer hätte das gedacht, dass all meine Jugendsünden, das viele Computerspielen, das ewige “Lesen und Filmgucken statt Hausaufgaben machen”, schließlich der erfolgreiche Abschluss meines Studiums und die jahrelange Tätigkeit als Autor und Journalist mich genau dahin gebracht haben, wo ich auch hingekommen wäre, wenn ich immer brav gebüffelt und ein Germanistik-Studium hinter mich gebracht hätte.

Ich unterrichte nicht mehr nur Interactive Storytelling und Game Writing – NEIN, ich bin jetzt auch noch Dozent für Deutsch, oder – auf englisch noch schöner – Professor of German. Das schockierende: Ich glaube, den Studenten hat es sogar Spaß gemacht.

Bild © knipseline / Pixelio


Was Sie schon immer über Weihnachten wissen wollten, sich aber bisher nicht zu fragen trauten

Schon im zweiten Jahr in Folge hat MEN IN TEXT den ASSventskalender für die ARD Sales & Services konzpiert und produziert. Sven Oswald hat 24 interessante Geschichten zum Thema “Wir erklären Weihnachten” zusammengetragen und in einen Podcast verwandelt. Viel Spaß!


Den Dreh raus haben

Wenn man eine Radiosendung moderiert, kommt der Wendepunkt in dem Moment, an dem man nicht mehr darauf achtet, ob die Stimme vor Nervosität wegbricht oder man das Zittern der Kniehören kann.

Beim Fernsehen beginnt der langsame Weg vom Anfänger zum Profi damit, nicht nur seinen Text aufzusagen (ja, wir arbeiten ohne Teleprompter und schreiben die Texte selbst bei Kowalski trifft Schmidt), sondern dabei auch noch einigermaßen entspannt auszusehen. Das kann ich mittlerweile. Der nächste Schritt: Beim Moderieren laufen, tanzen, Rolltreppe fahren. Ebenfalls gemeistert.

Momentan arbeite ich gerade am Drehen, nicht “einen Beitrag drehen”, sondern “meinen Kopf drehen”. Das ist schwieriger als es sich anhört, denn in der Regel soll man sich entspannt, aber zügig nach seiner Partnerin umdrehen, aber dabei weder Arme noch Oberkörper bewegen. Das führt dazu, dass der Hals eine 180 Grad Wendung vollziehen muss. Dass der Kommentar “kannst Du das noch natürlicher?” folgt, ist nachvollziehbar. Meine ehrliche Antwort: Noch nicht, aber ich arbeite daran. Vielleicht gibt es irgendwo ein Kopfdreh-Coaching. Ich muss die Kollegen fragen.


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