Den Dreh raus haben

Wenn man eine Radiosendung moderiert, kommt der Wendepunkt in dem Moment, an dem man nicht mehr darauf achtet, ob die Stimme vor Nervosität wegbricht oder man das Zittern der Kniehören kann.

Beim Fernsehen beginnt der langsame Weg vom Anfänger zum Profi damit, nicht nur seinen Text aufzusagen (ja, wir arbeiten ohne Teleprompter und schreiben die Texte selbst bei Kowalski trifft Schmidt), sondern dabei auch noch einigermaßen entspannt auszusehen. Das kann ich mittlerweile. Der nächste Schritt: Beim Moderieren laufen, tanzen, Rolltreppe fahren. Ebenfalls gemeistert.

Momentan arbeite ich gerade am Drehen, nicht “einen Beitrag drehen”, sondern “meinen Kopf drehen”. Das ist schwieriger als es sich anhört, denn in der Regel soll man sich entspannt, aber zügig nach seiner Partnerin umdrehen, aber dabei weder Arme noch Oberkörper bewegen. Das führt dazu, dass der Hals eine 180 Grad Wendung vollziehen muss. Dass der Kommentar “kannst Du das noch natürlicher?” folgt, ist nachvollziehbar. Meine ehrliche Antwort: Noch nicht, aber ich arbeite daran. Vielleicht gibt es irgendwo ein Kopfdreh-Coaching. Ich muss die Kollegen fragen.


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