Der Komponist, das Wildschwein und der Aufenthalt der Betrunkenen
21. Januar 2010 Hinterlasse einen Kommentar
Fryderiyk Chopin (so die polnische Schreibweise) feiert dieses Jahr seinen 200. Geburtstag. Nun ja, er selbst ist nicht in Partystimmung, aber ihm zu Ehren ist das ganze Jahr 2010 in seiner Heimat Polen zum Chopin-Jahr ausgerufen worden. Grund genug für uns von Kowalski trifft Schmidt, nach Duszniki Zdrój zu reisen, eine von Polens wichtigsten Chopin-Städten.
Der Kurort, früher auch Bad Reinerz genannt, hat so einiges zu bieten: Zunächst Mal gute Luft wegen seiner schönen Höhenlage und dann einen Brunnen mit Heilwasser, das man frisch von der Quelle trinken kann und bei bestimmten Erkrankungen auch soll.
Im Prinzip waren alle bedeutenden Musiker hier irgendwann mal zur Erholung, etwa der feine Herr Mendelssohn-Bartoldy. Wenn es also mit der eigenen musikalischen Karriere nicht so richtig klappt, dann sollte man sich überlegen, einfach mal nach Duszniki zu fahren. Wobei einfach jetzt ein wenig übertrieben ist, wir haben von Berlin aus gute acht Stunden mit dem Auto gebraucht. Aber was tut man nicht alles, um einmal bei DSDS den ersten Platz zu machen.
Chopin wurde hier wegen seiner Tuberkulose behandelt, die damals übrigens Schwindsucht genannt wurde. Manchmal sagte man über einen TBC-Kranken auch salopp “der hat die Motten”. Das geschah (wie man sieht) zu einer Zeit, wo man eigentlich noch überhaupt keine Ahnung hatte, was hinter der Krankheit steckt. Es gab also zur Behandlung frische Luft, Molke und Heilwasser. Genützt hat das – wen wundert’s – bei Chopin überhaupt nichts, ihm ging es nach der Kur sogar etwas schlechter. Vielleicht lag es daran, dass das Brunnenwasser schmeckt, als hätte jemand ordentlich in ein Glas Evian geblutet.
Der Dreh selbst war wunderbar. Mittlerweile bin ich für die winterlichen Verhältnisse gerüstet und selbst die Moderation auf der schneebedeckten Bank war erträglich, weil man vorher eine “Sitznische” für uns fachmännisch geräumt hatte. Nur auf das Wildschwein, das uns bei der Rückfahrt 15 km vor Breslau vor unseren Wagen gelaufen ist, hätte ich gut verzichten können.
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