Frohes Fest und guten Rutsch!

Wir haben so viel gearbeitet in den letzten Monaten, dass wir einfach nicht mehr dazu gekommen sind, unsere Seite zu updaten: Die ConLife in Köln, die Preisverleihung des Wettbewerbs Digitale Identität, das Smart TV Forum und der IT-Gipfel der Bundesregierung wollten vorbereitet werden. Unsere Radio- und Fernsehformate haben viel Zeit und Gehirnschmalz gefordert.

Dazu kamen unsere Dozenturen, Sprechereinsätze, Video-Podcasts, etliche Artikel und Geschichten und eine Runderneuerung der On Air Promotion von radioeins.

Details folgen ein anderes Mal. Jetzt bitte erstmal: Besinnlichkeit!

Von Campari und Lausemädchen

“Laus” war das Thema von Sven Oswald und Daniel Finger am Sonntag, den 28.11.2010.

Denn es liegt nun wirklich nichts näher, wenn man unbedingt über den NikoLAUSlauf durch Michendorf sprechen möchte…1000 Weihnachtsmänner laufen durch Brandenburg – das Bedarf viel Selbstironie der Beteiligten!

Alles vom Nikolauslauf, der Laus, die den Campari macht und vielem mehr  gibt es hier im Podcast zu hören.

Besonders gefreut haben wir uns über ein Gespräch mit dem Literaturkritiker Helmut Karasek, der sich ausführlich über den Begriff des “Lausemädchen” geäußert hat. Aber hören sie selbst: Karasek und die “Lausemädchen”

3D Entertainment

Das 7. Consumer Electronics Forum des Bitkom, das ich moderieren durfte, stand ganz im Zeichen von 3D.

Besonders interessant:

  • Die Debatte, ob die Produktion von Filmen in 3D irgendwann zum Standard wird (und die 2D Fassung ein Nebenprodukt) und…
  • der einhellige Ruf aller Beteiligten nach mehr Content. (3D Content is king!)

radioeins tat gut

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Beteiligten und unserem wunderbaren Publikum. Henrik Jordan und Jürgen Stumpe haben wundervolle Fotos geschossen. Eine erste Auswahl möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

radioeins, KINDerLEBEN e.V., die Schaubühne, die Stiftung Lesen und MEN IN TEXT sagen DANKE!

radioeins tut gut

Sonntag, 31. Oktober, 19:00 Uhr
Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin

Vier Monate haben wir gearbeitet, an der großen Benefiz-Lese-Gala zugunsten krebskranker Kinder und es hat sich – jetzt schon – gelohnt. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Ein paar Karten wird es aber noch an der Abendkasse geben.

Wir bedanken uns schon jetzt bei allen teilnehmenden Künstlern und Unterstützern, darunter airberlin, q-bus Mediatektur, Antonia Schmidt (RBB Fernsehen), Peter Petrides (cineimpuls), Jürgen Stumpe (Photos 4 You), Henrik Jordan und Wachtmeister Hübner.

Wenn Sie gerne Gutes tun,
dann wird der 31. Oktober für Sie zu einem Fest, denn an diesem Tag steht die Schaubühne ganz im Dienste einer guten Sache. radioeins hat gerufen und alle werden kommen: Künstler und Komiker, Schauspieler, Autoren und Radiostimmen, Musiker und Moderatoren. Sie lesen einen Abend lang aus Büchern, die sie selbst verfasst oder ausgewählt haben; Texte, die ihnen ans Herz gewachsen sind, die sie fröhlich oder nachdenklich machen.

Die Einnahmen kommen zu 100 Prozent dem Verein KINDerLEBEN e.V. zugute. Der Verein fördert die Klinik für krebskranke Kinder an der Berliner Charité und kümmert sich mit finanzieller und tatkräftiger Unterstützung um die erkrankten Kinder und ihre Familien.

Dabei sind neben Kollegen aus dem Team von radioeins und aus dem Ensemble der Schaubühne unter anderem:

Oliver Kalkofe (Frühstyxradio, Kalkofes Mattscheibe)
Dietmar Wischmeyer (Wischmeyers Schwarzbuch, Frühstyxradio)
Martina Hill (Switch Reloaded, heute Show)
Fil (Kaberettist)
Horst Evers (Geschichtenerzähler)
Ingo Nommsen (ZDF-Moderator)
Mark Benecke (Forensiker, Autor)
Henning Krautmacher (Frontmann „de Höhner“
Thomas Sonnenburg (RTL, die Ausreißer)
Erdogan Atalay („Alarm für Cobra 11“)
Andreas Fröhlich (Die Stimme von Bob Andrews von den drei ???)
Detlef Bierstedt (Die Stimme von Georg Clooney)
Hubertus Bengsch (Die Stimme von Richard Gere)
Dietmar Wunder (Die Stimme von James Bond, Daniel Craig)
Sebastian Schwarz (Schauspieler)
Niels Bormann (Schauspieler)
Jule Böwe (Schauspielerin)
Marion Brasch (radioeins Moderatorin)
Charlotte Schwab (Schauspielerin)
Knut Elstermann (radioeins Moderator)
Frank Petzke (Weltreisender)
Sebastian Pleuse (Arzt und Wiederaufbauhelfer in Sri Lanka)

und als “fliegende Vorleserin”: Judith Mahro

Die Veranstaltung findet unter dem Dach des bundesweitenVorlesetages statt.

Einlass ist um 18 Uhr, die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Die Karten kosten 20 Euro. Sie können vor Ort gern einen weiteren Betrag spenden. Jeder Euro kommt direkt krebskranken Kindern zugute.

Tickets gibt es bei der Konzertkasse KOKA 36, dem rbb Ticketservice und bei CTS.


“Kalter Hund” im Friedrichshain

Zum Thema “Kalt” ging es am vergangenen Sonntag nicht nur um’s Überleben in Eiseskälte und die Gefühlskälte eines Mörders, sondern auch um Omas Besten: Den “Kalten Hund”.

Gemeinsam haben sich Sven Oswald und David Grassinger auf den Weg in die “Kalter Hund Manufaktur Rose” in die Ebertystraße 49 in Berlin Friedrichshain gemacht, um dem Ehepaar Rose bei dem “Bauen” der “Kalten Hunde” über die Schulter zu schauen.

In ihrer kleinen Manufaktur – einer Zweizimmerwohnung- die im wesentlichen aus einem großen “Bau”- Lager- und Kühlraum besteht wird vom Ehepaar Rose in liebevoller Handarbeit “Kalter Hund” in über 20 verschiedenen Varianten hergestellt.

Die fertigen Hunde werden dann über das Internet, Berliner Märkte und das ein oder andere Mal sogar an Laufkundschaft verkauft.

Den Bericht zum nachhören gibt es hier.“Kalter Hund Manufaktur Rose”

Willkommen

Herzlich Willkommen auf den Seiten von MEN IN TEXT. Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.

Wir bieten Ihnen schon seit dem vorigen Jahrtausend Texte, Ideen, Klangwelten sowie on air und off air Moderationen von allerhöchster Qualität.

In trockenen Tüchern – wie schön die Industrie an Sprachkrebs leidet

Vor 10 Jahren bat mich Adobe, für seine damalige Webseite einige Kolumnen zu verfassen. Dies ist eine davon. Immer noch schaurig aktuell, wie ich finde.

„Also gut”, sage ich und falte meine Hände über dem leisen Ansatz eines Bäuchleins zusammen, „erzählen Sie mir mal, was Sie genau machen”. Die Aufforderung gefällt meinem Gegenüber, er hat sich vorbereitet. „Also”, schürzt er die Lippen, „wir sind ein kundenorientierter Dienstleister für massgeschneiderte, prozessorientierte Systeme und vernetzte Lösungen im Bereich Logistik”. Er meint das ernst. Ich unterdrücke ein Seufzen. Der Mann, der so redet, ist Spitzenverdiener im mittleren Management eines DER grossen deutschen Unternehmen. Unter Umständen entscheidet er darüber, ob der DAX steigt oder fällt oder – was für einen konservativen Revolutionär wie mich viel wichtiger ist – ob Arbeitsplätze geschaffen oder abgebaut werden. Bedauerlicherweise leidet er an einer Krankheit, die beinahe die gesamte deutsche Wirtschaft befallen hat: Sprachkrebs.

Unter (cc) - Alex Odenwald, Flickr

Das äussert sich in einer Unfähigkeit, allgemein verständliche, muttersprachliche Sätze zu formulieren. Stattdessen ergötzt man sich an und verschanzt sich hinter einer Mischung aus unpassenden Anglizismen, schlecht übersetzten Fremdwörtern und modisch verklärten Fachausdrücken aus den Wirtschaftswissenschaften und Informationstechnologien. Zum grossen Unglück aller, denen sich der Erkrankte verständlich machen will, leidet er ausserdem an einer Wahrnehmungsstörung, die ihn glauben macht, er spräche normal und verständlich, was die Kommunikation – verständlicherweise – stark erschwert.

Die Aufgabe von Spezialisten wie mir ist es, die verbalen Geschwüre in langer, harter Arbeit zu übersetzen, damit auch gesunde Normale den Leidenden verstehen können. Dass wir in diesem Job einen hohen Preis bezahlen (und natürlich auch verlangen), versteht sich von selbst. Deswegen – und weil der Kranke ein Internet-Portal inhaltlich füllen muss – sitze ich hier nur mit einem verständnisvollen Blick und einer Menge Kaffee bewaffnet. Aug’ in Aug’ mit der gefährlichsten Bedrohung, seit es Autoren gibt. Wir erinnern uns: „kundenorientierter Dienstleister für massgeschneiderte, prozessorientierte Systeme und vernetzte Lösungen im Bereich Logistik”.

Ich nehme einen Schluck Kaffee zuviel. „In Ordnung”, sage ich. Eine Technik, die ich von den Deeskalierern bei der Kripo gelernt habe. „Aber was machen Sie denn im Einzelnen wirklich?” Die Frage verunsichert ihn. Er blickt auf seine Notizen, kratzt sich an der Schläfe. „Eine Win/Win-Situation herstellen”, erwidert er und beruhigt sich ein wenig, „die Wertschöpfungskette optimieren”. „Aha”, sage ich. „Jaja, durch konsequente Wissensvernetzung im Logistikwesen.” „So.” „Das ist eine unserer Kernkompetenzen.” „Kernkompetenzen”, sage ich. „Ja, genau so wie alles im Bereich B2B. Den Kunden des Kunden ein Stück weit mitdenken.”

Einige Minuten vergehen. Er starrt auf seine Notizen. Ich starre auf einen imaginären Punkt hinter seinem Kopf. „Stellen Sie sich mal vor, Sie sitzen am Flughafen”, versuche ich es schliesslich, „neben einem Wildfremden. Sie haben sich mit dem Mann gut unterhalten, und fünf Minuten, bevor Sie zum Gate müssen, fragt er Sie, was Ihre Abteilung eigentlich macht. Was sagen Sie ihm dann? Sie müssen bedenken, er ist kein Fachmann. Vielleicht hat er nicht mal das Abitur.” Er gerät ins Schwitzen: „Ich, ich sage ihm, wir sind Lösungsanbieter im Logistikwesen, im… der durch konsequente Kundenorientierung…”

Unter (cc) - Alex Odenwald, Flickr

Ich hebe meine Hand, um ihn zu unterbrechen. „Aber wenn er das nicht versteht? ” „Wenn er das nicht versteht?” „Ja, dann, also… dann… er… wieso versteht er das denn nicht?” Ich nehme mehr Kaffee. Man darf dem Mann nicht böse sein. Er merkt es gar nicht. „Hören Sie, ich hatte eigentlich angedacht, die ganze Angelegenheit bis 12 Uhr ein Stück weit in trockene Tücher zu bringen”, sagt er. Noch mehr Kaffee. „Habe ich Sie richtig verstanden”, versuche ich es, „Sie bringen Leuten bei, wie sie Dinge am besten von A nach B bringen, helfen ihnen dabei, Dinge von A nach B zu bringen, überlegen gemeinsam mit ihnen, welche Dinge sie auch noch nach C und D bringen könnten und bringen notfalls auch alle Dinge selbst nach B, C und D?” „Ja. Nein. Das ist eine äusserst ungenaue Beschreibung. Wir sind ja Komplettdienstleister für Logistiklösungen… ganzheitlich, wissen Sie, kundenorientiert.” Ich lehne mich zurück und denke an etwas Angenehmes. Das hier wird schwer werden. Aber immerhin weiss wenigstens einer von uns so ungefähr, was seine Abteilung eigentlich macht. Irgendwie texte ich das schon. Schliesslich bin ich masskundenorientierter, komplettdienstbeschneiderter Lösungsanbieter und -anleister im Bereich Wortmanagement. Oder so ähnlich.


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